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21.11.2011, 18:39 Uhr | KA für Wetterau und Vogelsberg / Roland W. Heinrich / CDU Schotten Übersicht | Drucken
Landratswahl: Schotten wieder mit schlechtester Wahlbeteiligung
SPD-Kandidat gewinnt die Stichwahl mit 53,7 Prozent gegen Rainer-Hans Völlmöller - Wahlbeteiligung: 37,9 Prozent


Der Landrat des Vogelsbergkreises kommt auch in den nächsten sechs Jahren aus Romrod. Manfred Görig wird im kommenden Juni die Nachfolge von Rudolf Marx antreten. Der 51-jährige SPD-Politiker setzte sich gestern bei der notwendig gewordenen Stichwahl deutlich gegen den Lauterbacher Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller (CDU) durch. Auf Görig entfielen 53,7 Prozent der abgegebenen Stimmen, Vollmöller kam auf 46,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag mit 37,9 Prozent rund drei Punkte unter dem ersten Wahlgang vor vierzehn Tagen.


Die Auszählung der Stimmen im Sitzungszimmer des Lauterbacher Landratsamtes wurde für den Romröder Diplom-Ingenieur zu einem Start-Ziel-Sieg. Bereits die ersten, schon wenige Minuten nach 18 Uhr eintreffenden, Ergebnisse aus einzelnen Wahlbezirken sahen den Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks vorn. Daran änderte auch das erste Gesamtergebnis aus Grebenhain nichts, das um 18.18 Uhr vorlag. Zwar hatte Rainer-Hans Vollmöller hier die Nase vorn, bereits dieses Teilergebnis aber signalisierte einen Trend, der die gesamte Auszählung über anhielt: Gegenüber dem ersten Wahlgang legte Manfred Görig durchgehend zu, baute seinen Vorsprung aus, wo er schon vor vierzehn Tagen vorne lag und verringerte die Rückstände in jenen Gemeinden, die an seinen Kontrahenten fielen. Dieser Trend veranlasste Alsfelds SPD-Vorsitzenden Swen Bastian schon früh, den Daumen siegesgewiss zu heben und per Handy zur Siegesfeier nach Eudorf einzuladen.

Aus der Ergebnisreihe fiel Lauterbach, wo es Vollmöller gelang, den Abstand auf Görig von 1300 auf 1500 Stimmen auszubauen. Zuwenig, um seine Verluste auszugleichen. Mit 18 304 Stimmen hatte Manfred Görig am Ende 2500 Stimmen und über sieben Prozent Vorsprung. Beim ersten Wahlgang hatte er mit hauchdünnen 150 Stimmen vor Vollmöller gelegen.

Seine herausragenden Ergebnisse erzielte der neue Landrat, der im Juni sein Amt antreten wird, in seinem Heimatort Romrod (76,1 Prozent). In Mücke (68,5), Gemünden (64,2), Homberg (62,9) sowie Alsfeld und Feldatal (jeweils 63,1) übertraf er die 60-Prozent-Marke. Rainer-Hans Vollmöller konnte am meisten in Antrifttal (65,7), in seinem Heimatort Lauterbach (65,0) sowie in Herbstein (59,4) und Kirtorf (58,2) punkten.

Die Wahlbeteiligung lag insgesamt bei 37,9 Prozent, 3,1 Prozent unter dem ersten Wahlgang, erreichte aber einen Wert, der über vielen skeptischen Befürchtungen im Vorfeld lag. Am geringsten war das Interesse in Schotten, wo nur knapp jeder Vierte zur Wahl ging (26,7 Prozent), am höchsten mit 55,5 Prozent in Kirtorf.

Um 18.50 Uhr stand das vorläufige Endergebnis fest. Manfred Görig, der sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Sitzungssaal des Landratsamtes aufhielt, zeigte sich froh, „dass der Wahlkampfmarathon zu Ende ist und so zu Ende gegangen ist“. Der Einsatz, gerade in den letzten vierzehn Tagen, habe sich gelohnt.

Knapp zwanzig Minuten später dann der Schlussstrich unter einen langen, aber von den Kontrahenten als fair empfundenen Wahlkampf: Rainer-Hans Vollmöller gratulierte dem künftigen Landrat des Vogelsbergkreises.



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