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Presse
07.08.2010, 20:32 Uhr | KA für Wetterau und Vogelsberg Übersicht | Drucken
Schwere Bedenken bezüglich zweier neuer geplanter Windkraftanlagen in der Gemarkung Ulrichstein angemeldet
Landtagsabgeordneter Kurt Wiegel zu Besuch beim Schottener Forstamtsleiter Dr. Ott


Die nachhaltige Holzbewirtschaftung ist für uns die Grundlage unserer Arbeit“, erläuterte Schottens Forstamtsleiter Dr. Bernd Ott seinen Gästen, dem CDU-Landtagsabgeordneten Kurt Wiegel (Rimlos) und dem Umweltpolitischen Sprecher der Jungen Union Vogelsbergkreis, Michael Ruhl, die sich im Rahmen einer kurzen Stippvisite über die Arbeit und die Aufgaben der Forstbehörde informierten.

Der Besuch war auch Anlass, eine Hinweistafel mit dem Zertifizierungsnachweis, dem so genannten PEFC-Siegel, im Bereich des Einstiegs zur Flutlichtloipe auf dem Hoherodskopf anzubringen.




In Hessen sind nahezu 90 Prozent aller Wälder hinsichtlich der nachhaltigen Bewirtschaftung kontrolliert. „Das gibt den Menschen die Gewissheit, dass Holz, welches zur Weiterverarbeitung für Holz- oder Papierprodukte verwendet wurde, aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt“, so Ott. Dabei darf nicht mehr Holz eingeschlagen werden, als nachwächst.

Wiegel und Ruhl informierten sich auch über das Naturschutzinformationszentrum auf dem Hoherodskopf. In der jüngsten Sitzung der Verbandsversammlung des Naturparks Hoher Vogelsberg sei eine Diskussion über das Mülleinsammeln und dessen Entsorgung angestoßen worden, teilte Naturpark-Geschäftsführer Rolf Frischmuth mit. Die Müllkosten seien der höchste Ausgabenblock im Jahresetat. So sei angeregt worden, die an vielen Stellen im Naturpark aufgestellten Müllbehältnisse abzubauen. Im Vorfeld sollten darüber aber zunächst die Bevölkerung beziehungsweise die Besucher des Naturparks informiert werden. Durch den guten Sommer allerdings habe sich insbesondere für den Bereich des Stausees eine andere Situation ergeben. Das verstärkte Besucheraufkommen habe zu einem erhöhten Müllaufkommen geführt, so dass nach Beschwerden von Besuchern zusätzliche Mülleimer hätten aufgestellt werden müssen. „Statt einer Einsparung wird das am Jahresende jetzt zu noch mehr Kosten führen“, beklagte Frischmuth.

Zu Beginn ihres Besuches hatten sich die beiden Politiker die neuen Räume des Forstamts in der Karl-Weber-Straße angesehen. Amtsleiter Ott teilte in diesem Zusammenhang mit, dass nach dem Entzug der Aus- und Fortbildungsfunktion der ehemaligen Forstschule und der zentralen hessischen Weiterbildungsstätte inzwischen in Schotten wieder vermehrt Kurse und Schulungen stattfinden würden. So konnten im vergangenen Jahr rund 1000 Teilnehmer mit etwa 2000 Schulungstagen verzeichnet werden.

Für die Region Schotten sei das Amt ein nicht unbedeutender Arbeitgeber. Neben den 60 festen Mitarbeitern der Behörde würden derzeit drei jungen Menschen ausgebildet. Auf Nachfrage von Wiegel teilte der Forstmann mit, dass inzwischen rund 90 Prozent der Windwurfschäden nach dem Sturm Xinthia aufgearbeitet und die Holzvermarktung „ohne Probleme“ so gut wie abgeschlossen sei. Die Wiederaufforstung sei bereits zu 75 Prozent erledigt.

Schwere Bedenken meldete Ott bezüglich zweier neuer geplanter Windkraftanlagen in der Gemarkung Ulrichstein an. Die 160 Meter hohen Industrietürme sollen auf einer knapp 600 Meter hohen Anhöhe zwischen dem Bereich Alte Höhe oberhalb von Wohnfeld - hier stehen schon zehn Windräder - und Kölzenhain errichtet werden. „Zumindest eine dieser industriellen Anlagen wird vom Jugendwaldheim Petershainer Hof in voller Größe zu sehen sein“, so der Forstamtsleiter. Die Einrichtung für die Jugendwaldpädagogik mit knapp 2000 Gästen im vergangenen Jahr solle aber gerade Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus den großen Städten und Ballungszentren ein Erlebnisumfeld in direkter natürlicher Umgebung bieten und sie für die Vielfalt und Schönheiten der Natur sensibilisieren. „Dazu ist aber der Anblick einer so großen industriellen Anlage nicht unbedingt förderlich“, kritisierte der Forstamtsleiter.



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